Das sagen Kunden

„Ich selber nutze das Internet nicht zum Einkaufen, meine Töchter dagegen schon. Mir ist es wichtig, dass ich die Sache, die ich einkaufen möchte, auch sehen und anfassen kann. Die meisten Dinge bekommt man sogar in Ahaus. Dazu kommt das Einkaufs-Erlebnis. Man kann durch die schöne Fußgängerzone schlendern und trifft meistens auch noch Bekannte. Hier stimmt auch die Mischung zwischen den einzelnen Sortimenten sowie der Gastronomie.“

Name: Wolfgang Fiegenbaum, Wessum

„Ich glaube nicht, dass nur der Internet-Handel an den vielen Leerständen in Vreden Schuld ist. Da gibt es weitere Faktoren, die dazu beitragen. Ich finde, man sollte versuchen, die Innenstadt wieder etwas attraktiver zu machen und auch größere Ketten nach Vreden zu locken, um das Sortiment zu vergrößern. Auch die Verkehrsführung ist bestimmt nicht optimal. Sie hat sich zwar etwas gebessert, aber in einigen Teilen der Innenstadt fehlt es einfach an nahegelegenen Parkplätzen.“

Name: Carsten Übbing, Vreden

„Ich komme eigentlich aus Ahaus und bin nicht so oft in Vreden. Die zunehmenden Leerstände sind mir aber auch aufgefallen. Das aber nur auf mehr Einkäufe im Internet zurückzuführen, reicht wohl nicht. Ich persönlich kaufe ganz wenig im Internet, weil mir viel an der Beratung und am Service vor Ort liegt. Die Einzelhändler müssen darauf achten, dass die Auswahl stimmt und man nicht in allen Bekleidungsgeschäften die gleiche Ware bekommt.“

Name: Magdalene Berendes, Ahaus

„Ich kaufe gar nicht viel online. Online fehlt mir das echte Einkaufsgefühl. Ich finde es einfach schöner, wenn ich mit jemandem sprechen kann und wenn ich beraten werde. Zum Shoppen fahre ich meistens woanders hin. Wenn ich aber wirklich etwas brauche, dann bekomme ich das hier in Stadtlohn.“

Name: Thea Hessing, Stadtlohn

„Ich kaufe sehr viel im Internet ein. Das liegt zum einen daran, weil es sehr bequem ist. Ich vermisse aber hier in Vreden auch eine gewisse Auswahl. Wenn das Sortiment breiter wäre, würde man vor Ort auch häufiger fündig. Das ist aber derzeit leider nicht der Fall. Allerdings glaube ich nicht, dass es nur auf den Internethandel zurückzuführen ist, dass in Vreden immer mehr Geschäfte schließen.“

Name: Anne Upgang, Vreden

„Ich komme aus Ottenstein und gehe sowohl in Ahaus als und in Vreden einkaufen. Das Internet nutze ich überhaupt nicht, meine Töchter aber sehr wohl. In Ahaus finde ich das Sortiment ausgewogen und auch ausreichend. Hier in Vreden, wo ich arbeite, denke ich, fehlt die Auswahl. Wenn ich mich mit meinen Kollegen unterhalte, werde ich in dieser Einschätzung bestätigt. Dass das Internet beim Einkaufen einen immer höheren Stellenwert bekommt, liegt auch daran, dass es bequem ist und keine Öffnungszeiten hat.“

Name: Heinrich Wesseler, Ottenstein

„Das in der Vredener Innenstadt so viele Geschäfte leer stehen, liegt bestimmt nicht nur an der Macht des Internets. Das hat verschiedene Ursachen. Hier wurde auch viel aus der Innenstadt ausgelagert. Außerdem ist die Auswahl nicht so besonders groß. Ich komme aus Lünten und fahre auch hin und wieder nach Ahaus zum Einkaufen. Insgesamt bin ich zufrieden und bislang auch noch immer fündig geworden. Für mich ist das Internet auch keine Alternative, weil ich die Beratung in den Geschäften zu schätzen weiß. Die jüngere Genration denkt da aber wohl anders.“

Name: Josef Beuting, Lünten

„Ich kaufe sehr viel online. Gerade, wenn es um Bücher, Elektronik und Musik geht. Ich bin gebürtige Stadtlohnerin, wohne aber inzwischen in Hamburg. Das Angebot hier finde ich etwas mau. Ein Vorteil in Stadtlohn ist aber, dass man die Leute hier persönlich kennt und weiß, dass man gut beraten wird. Das ist ein großer Unterschied zu Hamburg, wo die Läden riesig sind, alles anonym ist und man häufig nicht einmal jemanden für eine Beratung findet.“

Name: Rebecca Borgehynck, Hamburg

„Ich komme nicht aus Ahaus, sondern aus Salzbergen. Die Probleme dürften aber überall gleich sein. Wenn man etwas vor Ort nicht bekommt, greift man schneller auf das Internet zurück, als vielleicht woanders noch einmal zu suchen. Grundsätzlich sind mir aber Service und Beratung wichtiger als der Preis. Darum kaufe ich auch lieber vor Ort als im Internet. Meine Kinder sind da ganz anders, die nutzen das Internet viel mehr.“

Name: Frau Götz, Salzbergen

„Die Käufer wandern aus Vreden ab, weil das Sortiment nicht mehr stimmt. Das gilt nicht nur für die Geschäfte, sondern auch für den Wochenmarkt. Insgesamt muss man versuchen, die Innenstadt wieder attraktiver zu gestalten. In der momentanen Situation kann ich aber auch gut nachvollziehen, dass viele sich zum Einkaufen in Winterswijk oder in Enschede besser aufgehoben fühlen, weil die Auswahl größer ist. Ich nehme mich da auch nicht aus. Wenn ich Vreden und Winterswijk miteinander vergleiche, dann fällt mir auch auf, dass die Verkäufer und Verkäuferinnen in den Niederlanden freundlicher sind. Das Internet hat hier im Westmünsterland wohl in jeder Stadt in etwa den gleichen Einfluss. Ganz verhindern lässt es sich wohl nicht, dass auch online eingekauft wird.“

Name: Walbert Terhürne, Vreden

„Die Vredener schätzen ihre Stadt zu wenig. Wenn man sich etwas positiver zur Stadt und zur Situation stellen würde, dann hätten vielleicht auch die Einzelhändler vor Ort eine reelle Chance. Ich sehe zumindest nicht viel, was man von deren Seite im Moment besser machen könnte. Es gibt relativ viele Filialisten, die ihre eigenen Sachen machen. Die örtlichen Händler müssten sich vielleicht, was die Öffnungszeiten angeht, an die Filialisten anpassen. Eine einheitliche Lösung wäre wünschenswert. Vreden ist eine Kleinstadt und kann mit größeren Kommunen nicht konkurrieren. Deshalb ist das Sortiment hier auch nicht so groß, wie zum Beispiel in Enschede oder Münster. Dass das Internet den lokalen Händlern große Konkurrenz macht, glaube ich nicht. Das Problem gibt es ja überall.“

Name: Hubert Stroetmann, Vreden